Information
zu den Minensuchbooten:
Die ersten Boote wurden bereits im Jahre
1966 in Dienst gestellt. Am 27. September 1966 kam die
"Frauenlob" als Typboot der Klasse 362 Küstenwachboot
nach Neustadt. Ihr folgte am 26. Oktober 1966 die
"Nautilus". Beide Boote wurden zunächst dem 5.
Minensuchgeschwader in Neustadt unterstellt.
Am 1.Januar 1967 wurde Korvettenkapitän Wollny beauftragt, das 7. Minensuchgeschwader in
Neustadt aufzustellen. Die "Frauenlob" und "Nautilus"
wurden ihm im Januar 1967 unterstellt. Nach Indienststellung der
"Gefion" und "Medusa" bestand der Verband
am 17. Februar aus 4
Küstenwachbooten, die unter den Nummern W31 bis W34
Erprobungen und Versuche fuhren. Am 20. März 1967 war
mit der Indienststellung der "Undine" die 1.
Division des 7.
Minensuchgeschwaders komplett. Mit diesem Grundstock
wurde am 24. März 1967 das 7. Minensuchgeschwader in
Dienst gestellt.
Die Boote waren noch
nicht mit Minenräumgeräten ausgestattet. Der
Aufgabenbereich erstreckte sich einzelbootweise von
Öffentlichkeitsarbeit, wie Begleitboot bei der
"Travemünder Woche", bis zum Beobachtungsauftrag
"Taktische Nahaufklärung" von Puttgarden aus.
Im Jahr der
Indienststellung des Geschwaders kamen noch die
"Minerva" und "Diana" zum Verband nach Neustadt.
Am 1.
Januar 1968 wurden die Boote aufgabengerechter in die
Klasse 394 (Binnenminensuchboote) umbenannt und mit dem
Kennzeichen "M" für Minensuchboote versehen.
Gleichzeitig begann die Ausstattung mit
Minenräumgeräten. Im Jahre 1968 wurden die "Loreley"
und "Atlantis" gleich als Minensuchboote
unter der Kennzeichnung M 2678 und M2679 in
Dienst gestellt.
Die erste
Auslandsreise führte im gleichen Jahr nach Karlskrona in
Schweden. Nach dieser Auslandsreise folgte die erste
Ausbildungsreise nach Belgien zur Minenschule in Ostende.
Dort wurden die Bootsführungen erstmals in die
Minenabwehr eingewiesen. Am 10.02.1969 kam die "Acheron"
als zehntes und letztes Binnenminensuchboot zum Verband.
Von diesem Zeitpunkt an wurde die gemeinsame Minenabwehr
und das Fahren in den Vordergrund der Ausbildung
gestellt.
Die erste Rheinreise
des Geschwaders führte in diesem Jahr nach Köln. Die traditionelle Übergabe einer "Buddel",
abgeseilt von der Weseler-Rheinbrücke durch die
Marinekameradschaft Wesel, wurde zum ersten Male
durchgeführt.
Im November 1969
wurden die Taktischen Kennzeichen der Boote geändert,
weil der Verband noch nicht der NATO unterstellt werden
sollte. Als Hilfsfahrzeuge mit "Y" gekennzeichnet, nahm
das Geschwader im Mai 1970 erstmals an dem Typmanöver
für Minensuchboote "MINFLOTEX 70" teil.
Die Teilnahme an
Manövern nationalen Zuschnitts wurde bis zum Jahre 1973
zur ständigen Einrichtung. Zwischendurch räumten die
Boote den Schifffahrtsweg vor den Ostfriesischen Inseln
von restlichen Minen des 2. Weltkrieges frei. Als
eingefahrener Verband wurde das Geschwader im Juli 1973
der Nato zugeordnet. Jetzt konnten die Taktischen
Kennzeichen wieder in "M" für MINESWEEPER geändert
werden. Diese Kennzeichnung ist bis zur
Außerdienststellung geblieben.
Der Aufgabenbereich
wurde auf Natoebene erweitert. An Manövern
internationalen Zuschnitts, in denen Boote in der
Minenlege- und Minenabwehr arbeiten, wurde jährlich
teilgenommen.
Der Typ
Binnenminensuchboot hat sich in den Einsatzgebieten
Nord- und Ostsee als konventioneller Minensucher so gut
bewährt, daß 1982 und 1983 "Lebensverlängernde
Maßnahmen" durchgeführt wurden. Die Außenhaut und das
Spantenwerk wurden verstärkt. Die Lebenserwartung der
Boote wurde dadurch über das Jahr 2000 hinaus
verlängert.
An Höhepunkten ist
noch zu nennen, die Durchführung des Wettbewerbes
"Schwertfisch" im Jahre 1984 in Neustadt, an dem 800
Soldaten der Flottille der Minenstreitkräfte mit ihren
Booten im Wettbewerb dem 7. Minensuchgeschwader
unterlegen waren.
Ein weiteres
Ereignis war die Übergabe der Truppenfahne des 7.
Minensuchgeschwaders im Jahre 1986 durch den
Typkommandeur an den Verband.